HAARLEMS DAGBLAD | AGNES VAN DEN HEUVEL

Agnes: Lieber John Luikens, darf ich sie duzen und Johnny nennen?
Johnny: Sicherlich, wenn Sie mir ihren Vornamen verraten?

Agnes: Mein Vorname ist Agnes und du darfst mich natürlich auch duzen.
Johnny: Also liebe Agnes, dann lass uns über etwas Ernsthafteres sprechen, diese zurückhaltenden Konversationsformen sind sehr langweilig und keinesfalls zielorientiert. Sie entsprechen weder unseren menschlichen Gefühlen noch unterstützen sie fortschrittliches Denken. Im Grundsatz sind wir doch alle Gleich und haben dasselbe Ziel – Fortschritt für uns und die Menschheit. Dies betrifft übrigens jung und alt (Johnny lacht).

Agnes: Seid du zum jüngsten Ehrendoktor an der Sorbonne ernannt wurdest, wird sehr viel Wind um deine Person gemacht. Wie gehst du damit um?
Johnny: Schau Agnes, mit dem Wind verhält es sich so – es gibt den Windverursacher, er verantwortet die Windstärke und es gibt die Betroffenen, die den Wind spüren. Nun liegt es an den Betroffenen ob sie sich vom Wind nerven lassen oder ob sie ihn als gegeben hinnehmen. Für mich ist Wind etwas Normales und solange jemand Lust hat Wind zu verursachen so soll er dies tun. Ich fühle mich nicht angesprochen.

Agnes: Die Sorbonne ist eigentlich nicht wirklich dafür bekannt, weder historisch noch aktuell, dass sie sich mit Technologien und Zukunftsforschung beschäftigt. Warum hast du diesen Ehrendoktor angenommen?
Johnny: Ich freue mich über diese etwas ernstere Frage. Ja es stimmt, die Sorbonne ist nicht ein typisches zukunftsforschendes Institut aber bitte unterschätze nicht die IT-Fakultät, hier hat sich in den letzten Jahren einiges getan, dies war jedoch nicht der Hauptgrund für meine Zusage. Die Gründe liegen viel mehr darin, dass Geschichte, Philosophie und Politik ein wichtiger Ausgangspunkt für die Technologieentwicklung und insbesondere für die Zukunftsforschung ist. Wir wollen für die Zukunft ja nicht nur innovative Lösungen entwickeln – wir wollen und müssen unbedingt die Menschen mit einbeziehen und auf dem Weg mitnehmen. Innovation nur der Innovation willen ist nicht nachhaltig und somit uninteressant. Innovation für Mensch, Gruppen, Unternehmen und Institutionen im Dienste moralischer Ziele, dies sind die wichtigen Zielkorridore, in welchen nachhaltige Innovation stattfinden kann. Gerade dieses Spannungsfeld lässt sich an einer Universität wie der Sorbonne sehr effektiv umsetzen. Das finde ich spannend und deshalb habe ich zugesagt. Ob Doktor, Professor, John oder Johnny, das ist nicht der Punkt, der Punkt ist die Möglichkeit eines spannenden Umsetzungsprozesses und die damit einhergehenden Diskussionen und Dispute.

Agnes: Wo liegen den deine Ziele? Wie muss man sich diese vorstellen?
Johnny: Meine Ziele liegen zuerst darin, mir keine künstlichen Grenzen zu setzen oder setzen zu lassen. Die beschränkten Möglichkeiten, die uns vermeintlich zur Verfügung stehen, sehen wir aus der Sicht von angelernten und antrainierten Konventionen. Was wir nicht kennen, kann es nicht geben und jedem Fortschritt wird mit grossem Misstrauen entgegen getreten und genau hier bekommen Werte, die von der Sorbonne seit Jahrhunderten gepflegt werden ihre absolute Wichtigkeit - Moral und Ethik. Diese Werte müssen berücksichtigt werden um subtile Endmarken der Entwicklung zu setzen. Vor allem in Bereichen wo es jeden Bewohner dieses Planeten betrifft. Aber nimm das Thema Reisen ins Universum, dies betrifft direkt nur Wenige, die Erkenntnisse, das Wissen aus solchen Projekten steht allerdings wieder Vielen zur Verfügung. Hier gilt es abzuwägen und einen zeitgerechten Konsens zu finden.

Agnes: Dies scheint alles sehr aufwendig und zeitraubend zu sein. Du bist noch jung, aber mir scheint, auch dein Leben könnte für die Umsetzung zu kurz sein?
Johnny: Ach Agnes, man wollte mich lernen, dass Ungeduld eine typische Wesensart der Jugend ist. Aus deiner Frage zu schliessen scheint Ungeduld auch ältere Semester zu befallen (Johnny schmunzelt). Um Deiner Frage gerecht zu werden kann ich nur sagen, nicht alle Visionen und Theorien müssen oder können technisch umgesetzt werden. Es sind oft nur Teilgebiete oder Komponenten, die im Sinne eines taktischen Mosaiks realisiert werden können aber das ist ja auch schon was und bedeutet schlicht nur eins - Fortschritt.

Agnes: Weisst Du eigentlich noch, in wie vielen Expertenräten und Innovationszirkeln du beteiligt bist?
Johnny: Oh, ich weiss sehr genau, wo ich welche Aufgabe eingenommen habe. Ich weiss sogar aufgrund welcher Überlegungen und mit welchen persönlichen Zielen ich jedes Mandat angenommen habe. Ich habe für jedes Projekt das ich begleite auch klare Vorstellungen was damit erreicht werden kann. Ich suche mir Herausforderungen die menschlich passen, inhaltlich eine Herausforderung sind und wo ein grösserer Innovationsschritt erfolgen könnte. Ich suche mir also fruchtbares Environment innerhalb welchem, ich gestalterisch mitwirken kann um Projekte zu unterstützen und voran zu treiben. Vor allem, dies im Sinne des definierten Ziels und der damit verbundenen Menschen und Organisationen zu tun, ist sehr spannend und befriedigend.

Agnes: Hast du den nebst deine diversen Studienplätzen überhaupt noch Zeit für dich und dein Leben?
Johnny: Ja.

Agnes: Geht es etwas genauer?
Johnny: Sicher.

Agnes: Dann dürfte ich darum bitten?
Johnny: Bitte entschuldige aber ich musste dich etwas hochnehmen (ein spitzbübisches Lächeln zerreisst Johnny fast). Du hast wider eine typische Floskel verwendet. Hier ist Arbeit, da ist Leben. Von 18 bis 65. Und danach schauen wir mal. Ich bin überhaupt nicht in diesen vorgegebenen Vorstellungen von Leben gefangen. Zeit ist relativ und individuelles Leben ebenso. Für mich ist alles was ich tue, dann, wann ich es tue und so wie ich es tue, ein Ausdruck meiner Individualität. Ich lebe, arbeite, spiele, geniesse und das Ganze gemischt, umgedreht und nochmal anders herum oder anders gesagt ich bin die individuelle Manifestation all meiner Aktivitäten. Für mich ist alles immer existent und fliesst ineinander, ich kann nicht einfach nach 17 Uhr oder am Wochenende den Stecker rausziehen oder meine Empfehlung an andere wäre es nicht zu tun.

Agnes: Na gut verstanden, dann frage ich mal so, was ist denn momentan deine Lieblingsbeschäftigung?
Johnny: Zuerst interessieren mich natürlich alle meine Studiengänge. Wie du weisst musste ich dafür kämpfen um in meinem Alter studieren zu dürfen und es ist deshalb nicht selbstverständlich, diese Möglichkeit in meinem Alter zu bekommen. Ich bin dafür dankbar und schätze es sehr mit meinen Kommilitonen und den Professoren zu arbeiten und mein Wissen zu erweitern und zu komplettieren. Viel Spass macht mir ein Engagement bei einer mittelgrossen oder vielleicht eher einer mittelkleinen Softwareunternehmung. Erstens haben die mich sehr herzlich und vor allem auf Augenhöhe aufgenommen. Zweitens habe die ein Team zusammengestellt, welches unkompliziert, pragmatisch und sehr sachbezogen hochwertige Qualität liefert. Den Mädels und Jungs pocht die Qualität in den Blutbahnen. Das Spannenste allerdings sind die Softwareprodukte, -komponenten und –tools, die in den letzten Jahren entwickelt wurden um sie in verschiedensten Projekten einzusetzen. Da sind wirklich hochwertige, topmoderne Bausteine, die in allen Bereichen eingesetzt werden können. Das Unternehmen hat sich immer stark auf die Entwicklung und auf Innovationsprojekte konzentriert und nicht so sehr auf die Konkurrenz und den Vertrieb. Durch dies konnten eigenständige Lösungen erarbeitet werden, welche mittlerweile ein enormes Potential in sich vereinen, um es in anderen Branchen oder innovativen Projektvorhaben schnell und effizient zu konvertieren und beliebig zu skalieren. Ich bin hier einfach gespannt was geschieht, wohin der Weg das Unternehmen noch führen mag und helfe gerne mit, diesen offenen Weg mitzugehen. Abschliessend ist es natürlich klar, dass ich mich sehr darauf freue, mein neues Engagement an der Sorbonne zu starten.

Agnes: Lieber Johnny, ich bedanke mich sehr dafür, dass du dir kurz vor dem Jahreswechsel noch Zeit für ein Interview genommen hast. Ich fand es sehr spannend und ich denke, ich habe einiges von dir lernen können. Ich wünsche dir alles Gute und verfolge mit grossem Interesse deinen weiteren Lebensweg.
Johnny: Gern geschehen. Ich wünsche dir alles Gute im 2015 - eine Kleinigkeit hätte ich noch (Johnny schmunzelt über das ganze Gesicht) - du wirst es nicht glauben, aber ich geh jetzt schlitteln. Tschüss

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